72 Geschichten voller Wärme & Nostalgie

Manche Erinnerungen brauchen nur einen kleinen Anstoß.

Kurzgeschichten für Senioren ab 80 – Lachen kennt kein Alter

Liebevoll erinnern, angeregt schmunzeln und gemeinsam weitererzählen. Humorvolle Geschichten aus dem Leben – angenehm gesetzt in Großschrift.

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Von Thorsten Würz · Taschenbuch · Auf Amazon erhältlich

Originalbuchcover: Kurzgeschichten für Senioren ab 80 – Lachen kennt kein Alter, Thorsten Würz

Ein Buch zum Lachen, Erinnern und Weitererzählen

Von kleinen Alltagsabenteuern bis zu den Geschichten, die früher am Kaffeetisch erzählt wurden: Dieses Buch lädt zum Schmunzeln und gemeinsamen Lesen ein.

72 GeschichtenWarmherzig, humorvoll und abwechslungsreich.
GroßschriftAngenehm lesbar und übersichtlich gestaltet.
Eine GeschenkideeFür Oma, Opa und alle, die Geschichten lieben.
Zum Kennenlernen

Zwei Geschichten. Zwei Hörproben.

Lies die beiden Geschichten vollständig oder höre sie dir direkt hier an. Die Hörproben stammen aus dem Buch und wurden vom Autor bereitgestellt.

Schriftgröße der Leseproben:
Geschichte 1

Das gute Geschirr

Wenn das besondere Porzellan endlich auf den Tisch kommt, kann es ganz schön überraschend werden.

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„Heute nehmen wir das gute Geschirr.“

Helga sagte es so beiläufig, dass ihre Tochter zunächst gar nicht reagierte. Erst als sie den Wohnzimmerschrank öffnete und die weißen Porzellanteller mit dem feinen Goldrand herausholte, drehte Sabine sich um.

„Das gute? Einfach so?“
„Nein. Zum Essen.“

Helga stellte sechs Teller auf den Tisch. Jahrzehntelang hatte das Geschirr auf Geburtstage, Weihnachten und andere besondere Gelegenheiten gewartet. Meistens war dann doch das Alltagsgeschirr auf den Tisch gekommen. Sicherer war sicherer.

Beim Ausräumen entdeckte Sabine eine kleine Porzellanschale mit zwei Griffen.

„Wofür ist die eigentlich?“
Helga betrachtete sie.
„Für Kompott.“
„Das ist eine Sauciere“, sagte Thomas.
„Eine Sauciere hat einen Ausguss.“

Thomas drehte die Schale um, als könnte die Unterseite die Sache klären.
„Dann für Gemüse.“
„Mit zwei Griffen?“

Lisa mischte sich ein. „Vielleicht für Zucker.“

Drei Köpfe drehten sich zu ihr.
„Was denn? Ich mache nur mit.“

Helga holte ein weiteres Teil aus dem Schrank. Klein, rund, mit Deckel.
„Das ist die Zuckerdose.“
„Bist du sicher?“, fragte Thomas.
Helga sah ihn an. „Nein. Aber ich wohne hier. Deshalb gilt meine Antwort.“

Beim Essen stand die rätselhafte Schale mitten auf dem Tisch. Helga hatte kurzerhand die Kartoffeln hineingefüllt. Dafür eignete sie sich jedenfalls bestens.

Später waren Fingerabdrücke auf dem Goldrand zu sehen. In einer Tasse stand noch ein Rest Kaffee, auf einem Teller lagen Kuchenkrümel. Sabine begann vorsichtig abzuräumen.

Helga nahm ihr die Teller aus der Hand.
„Lass nur. Die kommen in die Spülmaschine. Das haben sie beim letzten Mal auch überlebt.“

Thomas starrte sie an.
„Das gute Geschirr?“
Helga nickte.
„Einfach so?“
„Nein. Nach dem Essen.“

Geschichte 2

Eine Tüte voller Bonbons

Eine kleine Einkaufsszene mit einer großen Frage: Was bekommt man eigentlich für sein Geld?

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„Und von dem Rest darfst du dir etwas aussuchen.“

Marlies schloss die Hand um die Münzen, die ihre Mutter ihr gegeben hatte. Das Brot lag bereits auf der Ladentheke. Jetzt kam der schwierigere Teil.

Vor ihr standen die Bonbongläser.

Rote, gelbe und grüne Bonbons lagen hinter dem Glas, daneben Lakritz und kleine Pastillen. Marlies sah auf die Süßigkeiten, dann auf die Münzen in ihrer Faust.

„Himbeer“, sagte sie.

Die Verkäuferin griff nach dem Glas.
„Oder Zitrone.“

Die Hand blieb stehen.
„Was hält länger?“
„Wenn du nicht draufbeißt, fast alles.“

Das half überhaupt nicht.

Dann entdeckte Marlies weiter hinten ein Glas mit Bonbons, die aussahen, als wären sie mit Zucker bestäubt.

„Und die?“
„Saure.“

Marlies überlegte. Sauer klang interessant. Himbeer kannte sie schon.

„Kann ich von beiden welche nehmen?“

Die Verkäuferin sah auf die Münzen.
„Kannst du. Aber wenn du nur Himbeer nimmst, bekommst du zwei mehr.“

Marlies blickte wieder zum Himbeerglas. Dann zu den sauren Bonbons.

Zwei Bonbons waren zwei Bonbons.
„Und wenn ich von beiden nehme?“
„Dann sind es eben zwei weniger.“

Marlies zählte ihr Geld noch einmal. Beim zweiten Mal war es auch nicht mehr geworden.

„Dann von beiden.“

Die Verkäuferin nahm eine kleine Papiertüte.
„Sicher?“
Marlies nickte. „Sonst weiß ich ja immer noch nicht, wie die sauren schmecken.“

Sie beobachtete genau, wie die Bonbons in die Tüte fielen. Es sah erschreckend wenig aus.

Die Verkäuferin drehte die Tüte oben zusammen und reichte sie ihr.

Auf dem Heimweg hielt Marlies sie fest in der Hand. Kein einziges Bonbon nahm sie heraus. Erst zu Hause wollte sie nachsehen, wie viele es wirklich geworden waren.

Die Tüte war klein.
In ihrer Hand fühlte sie sich trotzdem an wie ein Schatz.

Die Leseproben entsprechen den Geschichten auf den Seiten 7–11 des bereitgestellten Buchauszugs. © 2026 Thorsten Würz. Alle Rechte vorbehalten.

Ein Geschenk mit Geschichten

Noch 70 weitere Geschichten warten im Buch.

Ob zum Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach als liebevolle Aufmerksamkeit: „Lachen kennt kein Alter“ lädt dazu ein, Erinnerungen zu teilen.

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